Erste Online-Zeitung für Plettenberg und den Märkischen Kreis - 14.05.2014

LESERBRIEF
Zur Ratssitzung am 13. Mai: Gelebte Demokratie sieht anders aus!

Die öffentliche Ratssitzung vom 13. Mai 2014 veranlasst mich dazu, diesen Leserbrief zu verfassen.

Das Dauerthema Bebauung MyCenter steht in diesem Zusammenhang im Mittelpunkt des Geschehens. Trotz des unsicheren Sepa Investors (fragwürdige Bonität) stimmte die Mehrheit der Ratsmitglieder pro Aufstellungsbeschluss, der für eine Planungs- und Rechtssicherheit im Hinblick auf den nächsten Investor, der wahrscheinlich schon händeringend gesucht wird von Bürgermeister und Ratsmitglieder.

Doch zuvor setzte sich allein die FDP für einen Ratsbürgerbescheid ein, der bedeutet hätte, dass tatsächlich die Bürgerschaft nach ihrer Meinung zu diesem umstrittenen Thema gefragt wird, ohne die große Hürde der Einleitung eines Bürgerentscheids (zuvor sammeln von 1.600 Stimmen) nehmen zu müssen. Und an dieser Stelle zeigte sich dann auch im erschreckenden Maße, wie rüde unser Bürgermeister mit anders denkenden Ratsmitgliedern verfährt. Dies sind nicht nur schlechte Umgangsformen, nein sie sind eines Bürgermeisters nicht würdig.

Auch möchte ich auf die Bemerkung des Herrn Müllers eingehen, dass eine Bürgerbefragung nicht bindend ist. Ja, das ist sogar richtig und steht einem Juristen gut zu Gesicht. Jedoch nicht einem Bürgermeister, der das Ohr am Bürger hat, und für den der Bürgerwille das entscheidende Kriterium darstellt. Stattdessen werden Ratsmitglieder, die anderer Meinung sind attackiert (auch von anderen Ratsmitgliedern) und da fällt mir in diesem Zusammenhang ein äußert passender Liedauszug von André Heller ein „Wer das Denken nicht attackieren kann, attackiert den Denkenden.

Mit diesen Verhaltensmustern sehe ich für Plettenberg in einem Großteil der Ratsmitglieder und des Bürgermeisters nicht die geeigneten Personen, die diese Stadt aus ihrer schwierigen Lage (Haushalt steht kurz vor roten Zahlen, tote Innenstadt, usw.) herausführen können, in einen zukunftsträchtigen und lebenswerten Standort, obwohl durch Einsatz von Kreativität, Zulassen von visionärem Denken und gegenseitiger Achtung die Stadt wie Phoenix aus der Asche steigen könnte. Schauen wir mal.

Sonja Lehnert, Wienstück 7 - 58840 Plettenberg