Erste Online-Zeitung für Plettenberg und den Märkischen Kreis - 16.02.2014

Burg Bomgaden stand einst mitten in der Lennefurt
Europäisches Burgeninstitut listet im neuen Internet-Auftritt auch heimische Burgen auf


Diese Zeichnung ist reine Fantasie, denn es gibt keinerlei zeichnerische oder beschreibende Nachricht über die Burg Bomgaden in der Sieseler Lennefurt. Realistisch sind die Grundmauern aus Bruchsteinen und die Lage mitten im Lennebett.

Von Horst Hassel

Plettenberg. Eine fast vergessene Spur mittelalterlicher Plettenberger Geschichte hat das Europäische Burgeninstitut ins Licht gerückt: die Burg Bomgaden, auch als Motte oder Burghaus bezeichnet, mitten im Lennebett in Höhe der Sieseler Kurve. "Auf dem Burghügel blieb ein noch etwa 3,20 m hoher Mauerrest übrig, dessen gefährdete Bausubstand jedoch dringend einer Sanierung bedarf", heißt es auf der soeben freigeschalteten Internet-Seite des Burgeninstituts.

Das "Europäische Burgeninstitut" hat sich die Förderung der Erforschung historischer Wehr- und Wohnbauten und die Verbreitung der Forschungsergebnisse zur Aufgabe gemacht. Unter Burg Bomgaden
finden sich zahlreiche Hinweise zur Geschichte. So heißt es u. a. :

"Die Anfänge der Burg Bomgaden sind bislang noch nicht erforscht worden. Aufgrund der Nähe zur märkischen Landesburg Schwarzenberg und der Tatsache, dass Bomgaden im Spätmittelalter als Schwarzenberger Burglehen ausgegeben wurde, ist eine Gründung der Anlage um 1300 sehr wahrscheinlich. Im Jahre 1346 belehnte Graf Adolf von der Mark seinen Gefolgsmann Heidenreich von Plettenberg mit dem Hof 'tho dem Bomgaden'. Im 16. Jh. war Bomgaden Lehensbesitz der Schwarzenberger Burgmannenfamilie Rost (Roist), die auch das benachbarte Burghaus Siesel innehatte. Wann die Burg aufgegeben wurde, ist unklar. (J.F.)

Errichte wurde die Burganlage um 1300. Spätestens Mitte des 16. Jh. war die Anlage verfallen. Die Hauptburg der Burg Bomgaden bestand lediglich aus einem quadratischen, wohnturmähnlichen Gebäude von etwa 13 m Seitenlänge. Auf dem Burghügel blieb ein noch etwa 3,20 m hoher Mauerrest übrig, dessen gefährdete Bausubstand jedoch dringend einer Sanierung bedarf. Im Wiesengelände am Ufer der Lenne, etwa 40 Meter von der Hauptburg entfernt, stieß man 1980 auf eine Vertiefung, die möglicherweise als Rest eines zur Burg gehörenden Wirtschaftshofes (Vorburg?) zu deuten ist. (J.F.)"

Das Burghaus hatte ungefähr die Maße 13 mal 13 Meter und stand unmittelbar an der Lennefurt. Von der als "Motte" anzusprechenden Burganlage hat sich im wesentlichen der Burghügel mit einigen Mauerresten erhalten. Eigentümerin des Geländes ist die Mark E. Die hatte bei der Verlegung von Erdkabeln nicht verhindert, dass der Bagger quer durch den Burggraben gefahren ist und Teile der Anlage zerstört hat. In Kreisen der Geocachter ("Schatzssuche" per Satellitennavigation GPS) ist die Bugrruine Bomgaden seit etwa drei Jahren bekannt, weil dort ein "Schatz" versteckt ist.

Literatur:
Heinz Störing (Red.), Kunst- und Geschichtsdenkmäler im Märkischen Kreis, Balve 1993, S. 650f.
J. Friedhoff, Theiss-Burgenführer Sauerland und Siegerland, Stuttgart 2002, S. 43.


Das sind die Ausbaupläne vom Mai 1856 für die Ruhr-Sieg-Strecke im Bereich Siesel. Die Burg Bomgaden ist hier nicht mehr zu sehen, wohl aber das Haus "Greeve", (oder die Gräfte vom niederdeutschen Graft - Graben?) - der Baumhof mit Teich. Repro: Horst Hassel


Diese Karte von der geplanten Verlegung der Lenne "vom Sohne bis Pasel" um 1856 zeigt nicht nur den alten und neuen Verlauf der Lenne, sondern auch den Baumhof, die vermutliche "Vorburg", und die Burg Bomgaden. Repro: Horst Hassel