Von Horst Hassel
Herscheid. Eine "millionenfache Verletzung der Privatsphäre" ist für
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) das Fotografieren von Straßen
und Häusern durch den US-Konzern Google sowie die Bereitstellung der
Bilder unter "Streetview" im Internet. Im Sommer 2009 war das Aufnahmefahrzeug
auch in Herscheid und Plettenberg unterwegs.
Sie stehe in Kontakt mit dem Innenministerium, um "rechtliche Schritte und
mögliche Gesetzesänderungen zu prüfen", sagte die Verbraucherministerin Aigner
dem Magazin «Focus». Dabei soll die Beweislast umgekehrt werden: Nicht der
Bürger soll der Veröffentlichung seines Hauses bei "Streetview" widersprechen
müssen, sondern Google soll die Genehmigung zur Veröffentlichung nachweisen.
Auf der Internet-Seite von Goole ist zu lesen: "Im November 2009 beabsichtigen
wir, an den unten aufgelisteten Orten Aufnahmen für Street View zu machen.
Danach werden Aufnahmen gegebenenfalls erst im Frühjahr 2010 angefertigt."
Inzwischen wird als Termin, zu dem die deutschen Streetview-Aufnahmen bei
Google zu sehen sein sollen, mit "Herbst 2010" angegeben.
In NRW hat Google nach eigenen Angaben im letzten Herbst Aufnahmen in den
Städten Arnsberg, Bergisch Gladbach, Detmold, Dortmund, Grevenbroich, Hamm,
Herne, Iserlohn, Krefeld, Minden, Mönchengladbach, Münster, Paderborn, Remscheid,
Rheine, Siegen und Solingen sowie in den Landkreisen Kleve, Minden-Lübbecke,
Rhein-Kreis Neuss, Steinfurt, Oberbergischer Kreis und Remscheid gemacht.
Bereits im Mai 2009 war der dunkle Opel mit franzäsischem Kennzeichen (Paris)
mit dem Kameramast im heimischen Raum unterwegs.
Google informiert im Internet: "Wenn Sie uns im Zusammenhang mit Street View
schreiben möchten (insbesondere, wenn Sie Informationen darüber wünschen,
wie Sie einen Widerspruch gegen die Veröffentlichung eines bestimmten Bildes
auf Street View erklären können), senden Sie bitte der zuständigen Google Inc.
eine E-Mail mit Ihrem Absender an streetview-deutschland@google.com, oder
schreiben Sie der Google Inc. unter der Adresse: Google Germany GmbH, betr.:
Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg. Die Google Germany GmbH wird die
Nachricht an die Google Inc. weiterleiten."
Sollte Ministerin Ilse Aigner für ihren Vorschlag eine Mehrheit finden, kann
man sich den Anruf bei oder die Mail zu Google sparen - Google muss die betroffenen Bürger anrufen!
Wenn Sie übrigens sehen wollen, wie detailreich und gestochen scharf die
Streetview-Fotos sind, dann schauen sie sich einmal Aufnahmen vor dem Kolosseum
in Rom an (mit dem Mauszeiger das Bild bewegen).
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