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Samstag, 6. Februar 2010 - 17.15 Uhr

Google-Streetview auch in Herscheid unterwegs

"Erste Aufnahmen im Herbst 2010" zu sehen - Ministerin Ilse Aigner protestiert


Im Mai 2009 war der Google-Streetview-Kamerawagen in Höhe des Raiffeisenmarktes in Herscheid in Richtung Valberter Straße unterwegs. Verbraucherministerin Ilse Aigner will verhindern, dass die Aufnahmen ohne Zustimmung Betroffener im Internet weltweit zur Verfügung stehen. Foto: H. Hassel

Von Horst Hassel

Herscheid. Eine "millionenfache Verletzung der Privatsphäre" ist für Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) das Fotografieren von Straßen und Häusern durch den US-Konzern Google sowie die Bereitstellung der Bilder unter "Streetview" im Internet. Im Sommer 2009 war das Aufnahmefahrzeug auch in Herscheid und Plettenberg unterwegs.

Sie stehe in Kontakt mit dem Innenministerium, um "rechtliche Schritte und mögliche Gesetzesänderungen zu prüfen", sagte die Verbraucherministerin Aigner dem Magazin «Focus». Dabei soll die Beweislast umgekehrt werden: Nicht der Bürger soll der Veröffentlichung seines Hauses bei "Streetview" widersprechen müssen, sondern Google soll die Genehmigung zur Veröffentlichung nachweisen.

Auf der Internet-Seite von Goole ist zu lesen: "Im November 2009 beabsichtigen wir, an den unten aufgelisteten Orten Aufnahmen für Street View zu machen. Danach werden Aufnahmen gegebenenfalls erst im Frühjahr 2010 angefertigt." Inzwischen wird als Termin, zu dem die deutschen Streetview-Aufnahmen bei Google zu sehen sein sollen, mit "Herbst 2010" angegeben.

In NRW hat Google nach eigenen Angaben im letzten Herbst Aufnahmen in den Städten Arnsberg, Bergisch Gladbach, Detmold, Dortmund, Grevenbroich, Hamm, Herne, Iserlohn, Krefeld, Minden, Mönchengladbach, Münster, Paderborn, Remscheid, Rheine, Siegen und Solingen sowie in den Landkreisen Kleve, Minden-Lübbecke, Rhein-Kreis Neuss, Steinfurt, Oberbergischer Kreis und Remscheid gemacht. Bereits im Mai 2009 war der dunkle Opel mit franzäsischem Kennzeichen (Paris) mit dem Kameramast im heimischen Raum unterwegs.

Google informiert im Internet: "Wenn Sie uns im Zusammenhang mit Street View schreiben möchten (insbesondere, wenn Sie Informationen darüber wünschen, wie Sie einen Widerspruch gegen die Veröffentlichung eines bestimmten Bildes auf Street View erklären können), senden Sie bitte der zuständigen Google Inc. eine E-Mail mit Ihrem Absender an streetview-deutschland@google.com, oder schreiben Sie der Google Inc. unter der Adresse: Google Germany GmbH, betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg. Die Google Germany GmbH wird die Nachricht an die Google Inc. weiterleiten."

Sollte Ministerin Ilse Aigner für ihren Vorschlag eine Mehrheit finden, kann man sich den Anruf bei oder die Mail zu Google sparen - Google muss die betroffenen Bürger anrufen! Wenn Sie übrigens sehen wollen, wie detailreich und gestochen scharf die Streetview-Fotos sind, dann schauen sie sich einmal Aufnahmen vor dem Kolosseum in Rom an (mit dem Mauszeiger das Bild bewegen).


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