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Quelle: WR Warstein vom 10.06.2004
Piazza Warstein: Plastik
Von Horst Hassel
Warstein/Pietrapaola. Seit wenigen Wochen steht in der mit Warstein befreundeten Stadt Pietrapaola/Italien ein Denkmal, das den mehr als 1200 Menschen gewidmet ist, die seit den 1960er Jahren in Belecke als "Gastarbeiter" ihr Geld verdient haben.
Schon im Jahre 2002 hat Walter Siepmann von den Siepmann-Werken rund 6 Tonnen Schmiedestücke zur Verfügung gestellt. Daraus sollte von Künstlern aus Pietrapaola ein Denkmal erstellt werden, dass an die Gastarbeiter erinnert, die einst wie Zugvögel aus dem armen Süden Italiens ins prosperierende Möhnetal auswanderten.
Für den Transport der Schmiedeteile nach Italien sorgte Luigi Vitale. Der war einst Dolmetscher bei den Siepmann-Werken und darüber hinaus Anwerber von über 1200 Mitbürgern, die er in seiner Heimat Pietrapaola ansprach und dann nach Belecke vermittelte.
Der Schmied Francesco Talarico aus Pietrapaola, der einst selbst in Belecke gearbeitet hat, ist in seiner Heimatstadt als Künstler bekannt. Unzählige schmiedeeiserne Tore, Brunnen und Denkmäler hat er schon gestaltet. Er bekam den Auftrag, ein Denkmal für die Gastarbeiter anzufertigen.
Das steht fast drei Meter hoch inzwischen am Rande der "Piazza Warstein" in Pietrapaola. Es zeigt einen Mann mit einem Koffer in der Hand und ein Stück Eisenbahnachse mit Schiene. Dazu Francesco Talarico:
"1820 sind die ersten Bürger von Calabrien aus in die USA ausgewandert, in den 1960er Jahren sehr viele nach Warstein in die damals noch eigenständige Stadt Belecke. Allen diesen Auswanderern und sogenannten Gastarbeitern ist dieses Denkmal symbolisch gewidmet - damit unsere Kinder einmal daran erinnert werden und wissen, was ihre Väter auf sich genommen haben."
Zu der von ihm geschaffenen Plastik erläutert Francesco Talarico: "Es zeigt einen Mann, der auf dem Weg ist, sich Arbeit zu suchen. In der Hand hält er einen Koffer mit seinen Habseligkeiten, in der anderen Hand einen Olivenzweig als Symbol des Friedens. So fährt er mit dem Zug - symbolisiert durch eine Zugachse auf einem Schienenstück - hinaus in die Welt nach Warstein, um sein Glück zu suchen."
Es ist ein sehr gelungenes Denkmal, an dem fast täglich ehemalige Gastarbeiter ihren Kinder zeigen: "Das Teil dort, das Pleuel, das habe ich bei Siepmann geschmiedet!" oder "Solche Räder habe ich dort entgratet!"
Die Arbeit geehrt
"Ai figli della nostra terra che sparsi nel mondo pur con alterne vicende hanno cercato ed onorato il lavoro". Das heißt sinngemäß übersetzt:
"An die Kinder unserer Erde, die verstreut in alle Welt, auf unterschiedliche Weise die Arbeit gesucht und geehrt haben."
Ein herzliches Dankeschön geht von Francesco Talarico und Luigi Vitale aus Pietrapaola aus an Walter Siepmann für die Bereitstellung der Schmiedeteile.
Siepmann spendete Material
09.06.2004 / LOKALAUSGABE / WARSTEIN
Warstein/Pietrapaola. In der mit Warstein befreundeten Stadt Pietrapaola ein Denkmal,
das den mehr als 1200 Menschen gewidmet ist, die seit den 1960er Jahren als
"Gastarbeiter" nach Belecke gingen. Schon im Jahre 2002 hat Walter Siepmann von
den Siepmann-Werken rund 6 Tonnen Schmiedestücke zur Verfügung gestellt. Daraus
wurde in Pietrapaola ein Denkmal erstellt, dass an die Gastarbeiter erinnert, die
einst aus dem armen Süden Italiens ins Sauerland kamen. (weiter auf Seite 4)
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