Quelle: WP WArstein vom 01.08.2003
Mehr Lebenserfahrung nach Nudeldiät

Warstein. (AO) Die italienischen Momente im Leben erlebten, ja genossen drei junge Warsteinerinnen. Die Auszubildenden aus der "Domschänke" waren die ersten, die mit Hilfe des Freundeskreises Pietrapaola-Warstein die Chance bekamen, im Süden Italiens Land und Leute, vor allem aber das Arbeitsleben in Pietrapaola kennen zu lernen.

Die Städtefreundschaft auf allen Ebenen mit Leben zu erfüllen, ist das Ziel des Freundeskreises und dazu gehört auch das Vermitteln von Praktika bzw. der Austausch von Auszubildenden. Das Gastgewerbe machte den Anfang, andere Berufe "vom Bäcker bis zum Schmied" werden folgen, kündigt Vorsitzender Pietro Vitale an. Zudem gebe es aus Warstein bereits Anfragen nach Aupair-Mädchen.

Fünf Wochen lang waren Anne Schwenn, Romy Freisleben (beide 19) und Jennifer Blanke (18) in Kalabrien zu Gast. "Fünf wunderschöne Wochen", wie Romy Freisleben betont. Nur sei die Zeit viel zu kurz gewesen, vor allem was das Lernen der Sprache angeht. Was hat der Aufenthalt gebracht? "Lebenserfahrung", kommt es wie aus der Pistole geschossen. "Das ist Wahnsinn, die Leute arbeiten ohne Ende und haben trotzdem immer ein Lächeln auf den Lippen", berichtet die angehende Restaurantfachfrau Romy Freisleben, die die Vorsaison im Hotel "La Siesta" miterlebte, während Anne Schwenn im "Il Carlino" im Service mithalf - sieben Tage die Woche, was allerdings durch den Dienstbeginn erst um 19 Uhr relativiert wird.

Um den kulinarischen Austausch kümmerte sich Jennifer Blanke. Die künftige Köchin arbeitete im Konditorei-Café "Delizie" und sorgte auf Wunsch des Chefs dafür, dass in Pietrapaola urlaubende Deutsche auch Heimisches auf der Speisekarte fanden.

Beeindruckt hat das Trio die Gastfreundschaft, gewöhnungsbedürftig hingegen fand Anne Schwenn die Essgewohnheiten. Allerdings mag das daran gelegen haben, dass sie keinen Fisch mag - ein Muss direkt am Meer - und so die fünf Wochen für sie zur "reinsten Nudeldiät" wurden. Gewöhnungsbedürftig auch die Fledermaus im Gästezimmer und die enge Einbindung in die Gastfamilien. Mit Argusaugen wachte der Padrone über die jungen Damen.

Angesteckt fühlen sie sich von der Freundlichkeit der Menschen und Josephin Risse, Mitarbeiterin der "Domschänke", die die drei Azubis eine Woche lang begleitete, wünscht sich nun, dass diese ansteckende Freundlichkeit auch den Alltag daheim überlebt. Heftig erwischt hat es Romy Freisleben. Für sie steht bereits fest: "Nach der Ausbildung bin ich weg hier." Aber vorher wird noch fleißig Italienisch gelernt.


Quelle:WP Warstein vom 6.08.2003
Warstein. Für die Urlaubsreisen in die italienische Partnerstadt Pietrapaola im Herbst sind noch Plätze frei. Warsteiner, die die Freunde in Kalabrien besuchen möchten, können vom 19. September bis 4. Oktober oder vom 18. Oktober bis 4. November mitfahren. Anmeldungen nehmen Luigi Vitale, Tel: 7229, oder Siegfried Ehling, Tel: 4469, entgegen.