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Wie alles begann:
Gründung des BC 48 Plettenberg
Am 18. Februar 1948 fanden sich im Gasthof Hoppe einige junge boxsportbegeisterte
Männer, um den oben genannten Verein zu gründen und diesem ein festes Fundament
zu geben. Zu dieser Gründungsversammlung und damit zur 1. Vereinssitzung fanden
sich folgende Sportkameraden ein:
Otto Niebling, Alfred Schreiber, Willi Schweitzer und Charlie Märker
Mehrmals hatte man keine Anstrengungen gescheut, um einen schlagkräftigen Box-Club
hier in Plettenberg ins Leben zu rufen. Jedesmal war aber leider alles zum
Schweitern verurteilt, z. B. die erste Auflösung des BC's, nach 2- bis 3-jähriger
Lebensdauer, im letzten Vorkriegsjahr 1938 und die zweite Auflösung des BC's
nach nur mehrmonatlicher Lebensdauer im zweiten Nachkriegsjahr 1947.
Der BC 48 hat nun endlich allen Boxsportfreunden, wie es scheint, die großen
Wünsche und Hoffnungen zum größten Teil erfüllt.
Da nun bei der Gründungsversammlung des BC 48 Plettenberg nur ein kleiner Kreis
zu dieser wichtigen Zusammenkunft erschienen war, war es nicht möglich, einen
geschlossenen Vorstand zu wählen. Sportkamerad Schreiber übernahm vorläufig die
Geschäfte des Vorsitzenden und Geschäftsführers. Als 1. Kassierer wurde Sportkamerad
Guth, als Gerätewart Sportkamerad Märker und als Trainer Sportkamerad Raiwa gewählt.
Es wurde beschlossen, sofort in den Westf.-Boxsportverband einzutreten, um
geregelte Kämpfe abschließen zu können. Zum Schluss der Versammlung gab jeder
das Versprechen ab, seine ganze Kraft dem jungen Verein zu widmen und diesem
zu Ansehen zu verhelfen.
Zum Trainingsraum war schon die Pl.-Turnhalle erworben (erkoren ?), und nun wurde
mit großem Fleiß trainiert, um die noch kommenden Kämpfe gut zu bestehen. Mittlerweile
konnten auch der 1. und 2. Vorsitzende in den Sportkameraden Fritz Rademacher und
Otto Niebling ermittelt werden. Die erste größere Anschaffung des Vereins war das
Hochpodium. Außerdem wurden mehrere Paar Kampfhandschuhe sowie Trainingshandschuhe
angeschafft. Das ganze Augenmerk wurde auf die Ausbildung der Kampfmannschaft
gerichtet, und so konnte sich denn auch bald eine gute Kampfstaffel herausschälen.
Wilhelm Klünker

Robert Beyer stellte dieses und weitere Fotos und Texte aus der Geschichte
des BC 48 für das Plettenberg-Lexikon zur Verfügung. Auf dem im Freibad Grünetal entstandenen Foto sind
von links nach rechts (obere Reihe) zu sehen: Gerd Raiwa mit Sohn im Arm,
Alfred Lanken, Freudenhammer, Eugen Klitta, Erwin Kulas (stehend), Paul
Segrewe. Untere Reihe v.l.n.r.: Karl "Charlie" Märker, Karl Buchhold,
Robert Beyer, Friedhelm Benner (nur der Kopf ist zu sehen), Paul Klute
und Werner Geck. Stehend dahinter als Zuschauer: van Wickeren (Schuhhandel
am Eschen, Brockhauer Weg, später am Umlauf), zwei Mädchen sowie ein nicht
bekannter Junge.
Sommerfest 1949 Erwin Kulas Box-Ring 35

Anzeige in den "Amtlichen Bekanntmachungen des Kreises Altena" vom
26. Februar 1949.

Die Boxstaffel des BC 48 nach dem Vergleichswettkampf in Schwelm
am 19. März 1950.
Quelle: Süderländer Tageblatt vom 10.12.1958
Plettenberger Boxverein machte sich in zehn Jahren einen Namen
Box-Club 48 feiert Geburtstag
Der Kraftsportklub "Eiche" und der "Boxring 35" waren die Vorläufer des
BC 48 Plettenberg - Nationalstaffel-Boxer Kulas bestreitet am kommenden
Samstag seinen 150. Kampf
Plettenberg. Der Boxclub Plettenberg kann am kommenden Samstag,
dem 13. Dezember, auf zehn Jahre seines Bestehens zurückblicken. Für
die alten Kämpfer und Initiatoren des Clubs ist es ein recht erfreulicher
Rückblick, denn der Club hat sich trotz mancher Krisen und vieler
Schwierigkeiten in den zehn Jahren seines Bestehens nicht nur behaupten
können, sondern aus seinen Reihen ist inzwischen ein Kämpfer erwachsen,
der erst jüngst in die Nationalstaffel berufen wurde und dessen Name
heute im Lager der Amateurboxer zu den geachtetsten und gefürchtetsten
zählt: Erwin Kulas, der erst in der vorletzten Woche mit der deutschen
Staffel in Moskau geboxt hat.
. . .
sche Ringen und das Gewichtheben und der Nebensparte Boxen auch das Tau-
und Expanderziehen. Der Verein konnte damals einige sportliche Erfolge
verbuchen, ging aber schließlich nach knapp fünfjährigem Bestehen infolge
finanzieller Schiwerigkeiten wieder ein.
Der erste reguläre Boxklub wurde 1935 gegründet. Dieser "Boxring" wurde -
unter dem Vorsitz von Otto Bergfeld - von Ernst "Ötte" Bastian aus Altena
trainiert und er stellte zeitweise eine recht schlagstarke Staffel, die in
einer Reihe von Städtekämpfen schöne Siege erringen konnte. Der Arbeit des
Boxringes setzte jedoch im Jahre 1939 der Kriegsbeginn ein Ende.
Nach dem Kriege entstand dann schließlich am 13. Dezember 1948 unter dem
Vorsitz von Fritz Rademacher der BC 48 Plettenberg, der insbesondere in
den Jahren 1949 bis 1953 eine sehr starke Boxerstaffel stellte, deren Namen
heute wohl noch vielen alten Boxfans vertraut sind: Willi Schweizer, der
heutige 1. Vorsitzende, Paul Seegräwe, Günther Rötz, Robert Beyer, I Tusch,
Ernst Junge, Willi Bialojan, Günther Maslo, Karl Merker, Günther Hiersemann
und Willi Kolaky waren die Kämpfer, die damals in vielen hervorragenden
Kämpfen das Plettenberger Publikum mitrissen. Außerdem stand damals bereits
eine ausgezeichnete Schülerstaffel mit Benner, Reichert, Alfred Beyer,
[Karl-Heinz] Brockhaus und dem damals noch jugendlichen Kulas, die 1950
die Bezirskmeisterschaft gewann.
Auch eine Reihe namhafter Trainer wurden im Laufe der zurückliegenden zehn
Jahre für den BC Plettenberg gewonnen, so Karl "Charlie" Märker, Gerd Raiwa,
Blum (Altena), "Oette" Bastian und schließlich noch vor wenigen Jahren der
vielfache Deutsche Meister seiner Gewichtsklasse, Rudi Pepper, aus Iserlohn.
Dank der Bemühungen dieser Trainer hielt der Boxclub Plettenberg in den
zurückliegenden Jahren immer eine gewisse Höhe und ein erfreuliches Niveau;
eine Fülle von Kämpfen gegen bekannteste westdeutsche, mitteldeutsche aber
auch ausländische Staffeln begeisterten die Plettenberger Boxsportfreunde
immer wieder.
Auch heute sind viele der Boxveranstaltungen, die der BC Plettenberg durchführt,
noch von beachtlichem Format. Zwar ist der Stamm fester Kämpfer des Vereins
etwas kleiner geworden, aber durch die im Boxsport ja übliche Verpflichtung
von Gastkämpfern aus der Umgebung gelingt es der bemühten Vereinsführung
immer wieder, gute Kämpfe und Paarungen zustande zu bringen.
Höhepunkte des Abends sind jedoch immer wieder die Kämpfe von Kulas, der
zum großen Boxidol Plettenbergs geworden ist. Ein Kampf ohne Kulas zieht
heute beim Publikum kaum noch recht, doch wenn Kulas durch die Seile klettert,
rauscht lauter Beifall auf, und bisher hat der aus Schlesien gebürtige Dreher
seine Freunde und Anhänger auch noch nie enttäuscht. - Für ihn wird übrigens
der Jubiläumskampf des Vereins am kommenden Samstag ebenfalls ein Jubiläumskampf
sein, denn er bestreitet seine 150. Ringschlacht gegen den Schalker Hennig,
und wir sind überzeugt, dass er durch einen Sieg an diesem Tag, dem Jubeltag
seines Vereins einen besonders festlichen Glanz geben möchte.

Dieses Foto der Boxstaffel des BC 48 entstand auf dem Wieden. Von links
nach rechts: Günter Hiersemann, Karl "Charlie" Märker, Günter Maslo,
Günter "Macka" Rötz, Robert Beyer, Ernst Junge, Helmut Guski, Paul Segrewe.
Untere Reihe: Alfred Beyer, Erwin Kulas, Manfred "Spinne" Reichert, Dieter
Brockhaus.


September 1949: "Mit Düsseldorfer Boxern in Attendorn" lautet der Text unter diesem
Bild aus dem Fotoalbum des BC 48 (zur Verfügung gestellt von Robert Beyer)

Quelle: Plettenberg-Lexikon
Box-Club 48, gegr. 18.02.1948 in der Gaststätte Hoppe; Gründungsmitglieder waren Otto Niebling, Alfred Schreiber, Willi Schweitzer, Karl »Charlie« Märker; schon nach Kriegsende 1945 hatte man sich in der PTV-Halle zum Training (Trainer Karl »Charlie« Märker) getroffen; im Winter 46/47 trainierte man in eisiger Kälte mit Schal und Handschuhen in der PTV-Halle; später kamen bis zu 1.000 Zuschauer zu den Kämpfen in der Schützenhalle oder bis zu 2.000 Zuschauer zu Freiluftkämpfen auf dem Wieden; Auflösung des Vereins nach Unregelmäßigkeiten durch den Vorsitzenden (mit der Kasse durchgebrannt) im Jahre 1961, zuvor hatte der Boxclub Iserlohn den BC 48 einige Monate unter seine Fittiche genommen, in der Hoffnung, es fänden sich Männer, die den Verein weiterführen. Das gelang nicht. Vors.: Fritz Rademacher, Ernst Keitmann (1948-?), Willi Schweitzer (1958), H. Lüttich (-1961); Trainer: Gerd Raiwa, Blum, »Oette« Bastian, Rudi Pepper;
Boxring 35; gegr. 1935 als Abteilung des Kraftsportclub Eiche, trainiert wurde im Rüsingschen Saal (später Central-Theater); mit Kriegsbeginn 1939 aufgelöst; Vors.: Otto Bergfeld; Trainer: Ernst Bastian (Altena)
Der BC 48 an Pfingsten auf Rheintournee in Neuwied


Pfingsten 1950 - hier am 28. Mai 1950 - zeigt sich Gerd Guth (oben) als Weinfreund
und auch Fritz Kuhnert (unten mit Weinflasche im Arm) ist dem Winzertröpfchen
nicht abgeneigt.

Die Boxerlegenden im Jahre 1988: hinten stehend v. l. n. r. Helmut Guski,
Günter Maslo, Günter Rötz, Erwin Kulas, ? Becker, Willi Bialojan, Karl
"Charlie" Märker. Vorne links Manfred Reichert, vorne Mitte Günter Hiersemann.
Quelle: Süderländer Tageblatt vom 19.11.2011
"Er ging bei jeder Übung voran - wir
schlossen ihn immer mehr ins Herz"
Boxclub 48 Plettenberg: Robert Beyer erzählt aus dem Trainerleben von "Charlie" Märker ()
Von Robert Beyer
PLETTENBERG Der Plettenberger Boxsport ist untrennbar
verbunden mit vielen großen Namen. Einer davon ist Karl
"Charlie" Märker (), Trainer des ehemaligen Boxclubs
"BC 48 Plettenberg". Die nachfolgende Schilderung ist der
Bericht eines ST-Reporters, der als Mann der ersten Stunde
vieles hautnah miterlebt hat. Märker war 95 Jahre, als er
diesen Monat verstarb. Die Beerdigung fand am 14. November
statt.
Als im Winter 1947 die Boxer ihre ersten Gehversuche unternahmen,
war es für die Plettenberger Jugend natürlich etwas ganz
Neues. Karl Märker war es, der dieses Interesse wachgerufen
hatte. Er besaß damals noch von der bis 1935 bestehenden
Kampfsportgruppe Sandsack, Punchingball und [Box-]Handschuhe.
Vor dem früheren Haus Optik-Lohmann, der Platz war als "Brückenkopf"
bekannt, trafen sich boxbegeisterte Plettenberger immer wieder.
Auch ich war dabei. Hier warb "Charlie", wie er von uns
liebevoll genannt wurde, dann auch für den Boxsport. Als er
genügend Leute zusammen hatte, traf man sich zum Kennenlernen
zunächst bei ihm zu Hause am Schillerplatz.
Doch schon bald wurde die wichtigste Frage aufgeworfen: "Wo
trainieren wir denn?" Karl Märker hatte bereits eine Idee:
Er war unermüdlich und nach schwierigen Verhandlungen erreichte
er, dass uns die PTV-Turnhalle hinter dem ehemaligen
Central-Theater zum Training zur Verfügung gestellt wurde.
Nun konnte es losgehen.
Aber was uns in der Halle erwartete,
war zunächst ein Schock für uns: Kein Ofen, kaputte Fensterscheiben,
notdürftige Innenausstattung. Diese Defizite waren natürlich
verständlich, denn die Halle hatte in der Vergangenheit einiges
"durchmachen" müssen: von der Unterbringung deutscher Soldaten,
die am Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Rückzug waren, bis
hin zu vielen anderen Einquartierungen.
Wir waren zwar froh, wenigstens eine Bleibe zu haben, aber von
großer Begeisterung war nichts zu spüren. "Charlie" wischte, in
seiner üblichen lebensfrohen Art, alle Bedenken vom Tisch: "Jungs,
stellt euch nicht so zimperlich an! Beim Training werden wir
schon warm, selbst wenn es Winter ist. Wir kleben die Scheiben
mit Papier oder Pappe zu, wenn wir so etwas auftreiben können."
Warmlaufen gegen die Winterkälte
Und der fehlende Ofen? Auch das war kein Problem. "Wir werden
eben in der Halle viele Rundläufe machen, Also, unterkriegen
lassen wir uns nicht", erklärte uns "Charlie". Und wir ließen
uns tatsächlich nicht unterkriegen. Wer einen Trainingsanzug
hatte, zog ihn an. Alle anderen waren mit einer alten Hose,
meist vom Vater ausgeliehen, und mit einem Pullover ausgestattet.
Fausthandschuhe wurden als Schutz vor eiskalten Händen angezogen
und dann ging es los mit dem Lauftraining. Dann folgte Seilchenhüpfen,
Schatten- und Sparringboxen.
Bald schon kamen viele Neue aus Neugier dazu, nur um zu sehen,
was es mit dem Boxen so auf sich hat. Einige von ihnen, darunter
auch Schüler, waren von diesem Sport begeistert und blieben bei
uns. "Charlie" nahm sich im Training ihrer an und machte erstklassige
Boxer aus ihnen. Bei dieser Gelegenheit denke ich an Erwin Kulas,
der als Schüler zum BC 48 kam und später als Erwachsener in der
Box-Nationalmannschaft erfolgreich die deutschen Farben, auch im
Ausland, vertrat.
Stetiger Zulauf für den BC 48 Plettenberg
Immer mehr Menschen trafen sich mit der Zeit in der PTV-Halle,
um mit den erforderlichen Trainingseinheiten zunächst einmal in
diesen Sport hineinzuschnuppern. Unser Trainer "Charlie" ging
bei jeder Trainingsübung voran. Er machte denen Mut, die verzagten,
und gab uns allen Hoffnung auf eine bessere Zukunft - denn die
Zeit nach dem Ende des Krieges war voller Not und Entbehrungen.
Ersten Boxkampf organisiert
Im Sommer machte "Charlie" dann auch zwischendurch mit uns Training
im Freien, und zwar Waldläufe am Saley und am Hestenberg. Und
während des Laufens hieß es immer "Linke Gerade, rechter Haken".
Natürlich war auch hierbei "Charlie" Märker derjenige, der vorweg
lief und uns so zum Vorbild wurde. Wir haben ihn immer mehr ins
Herz geschlossen, und das nicht nur, weil er uns im Sommer oft
nach dem Training zu einem Eis oder Sprudel einlud.
Hin und wieder
ging es sonntags auch schon mal ins Freibad Grünetal. Doch das war
durchaus kein "Urlaub": Charlie ließ auch hier nicht locker und
machte mit uns auf der Wiese Boxtraining in allen Variationen.
Natürlich waren dann auch immer viele Zuschauer dabei. Gleichzeitig
war es auch Werbung für den Boxsport, und wir alle wollten schnell
unser Können unter Beweis stellen.
Jeder brannte darauf, das bisschen Erlernte der Öffentlichkeit zu
präsentieren. Durch die seinerzeit bestehenden Bestimmungen durfte
der BC 48 keine Boxveranstaltungen durchführen. Doch da trat wieder
"Charlie" auf den Plan. Er brachte es fertig, mit einer Boxgruppe
polnischer Holzfäller - die durften Kämpfe veranstalten - einen
Boxkampf zu organisieren. So kamen dann erstmals einige Boxer des
BC 48 zum Einsatz.
Karl "Charlie" Märker, eine Ikone des Plettenberger Boxsports, hat
als Mitbegründer und Trainer des BC 48 achtenswerte Erfolge errungen
und viele "Rohdiamanten" geschliffen. Daran wollen wir denken und
wir alle, die ehemaligen Boxer des BC 48, sind dankbar für seinen
nimmermüden und ehrenamtlichen Einsatz.

Lexikon für die Stadt Plettenberg, erstellt durch Horst Hassel, 58849 Herscheid, Tel.: 02357/903090, E-Mail:
webmaster@plettenberg-lexikon.de
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