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Wilh. Schulte-Wiese - Gesenkschmiede
Daß in den landschaftlich schönen, aber teilweise sehr engen seitlichen Tälern der
Lenne im Raum Hagen - Plettenberg eine so vielseitige Eisen- und Metallindustrie
entstand, ist wohl ursprünglich auf die Ausnutzung der Wasserkraft zurückzuführen.
Solche Stätten des Gewerbefleißes gibt es viele im Märkischen Sauerland. Das
Oestertal ist eine von vielen.
In Plettenberg-Himmelmert, im oberen Oestertal, am Fuße des Ebbegebirges, war
Wilhelm Schulte-Wiese sen., 1872 geboren, von früher Jugend an mit der
Gesenkschmiede-Industrie verbunden. Zuerst als Gesenkmacher, dem heutigen Stahlformenbauer,
dann als Werkmeister und Betriebsleiter und zuletzt als Teilhaber. In 50 Jahren
unermüdlicher Tätigkeit in seinem Berufszweig, der einen rauhen Arbeitsvorgang und
doch größte Präzision erfordert, schuf er die Voraussetzungen für ein eigenes Werk,
das 1957 die Produktion aufnahm. Die Werkstätten sind nach modernsten Gesichtspunkten
eingerichtet. Hammeraggregate nach dem neuesten Stand der Technik produzieren heute
Gesenkschmiedestücke aus Eisen und hochwertigen Stählen von 300 g bis 25 kg Stückgewicht.
Viele Industriezweige sind Abnehmer dieser Erzeugnisse, da sich ein aus Stahl im Gesenk
geschmiedetes Stück immer mehr durchsetzt, sowohl im allgemeinen Maschinenbau, bei den
Schiffswerften, in der Fahrzeugindustrie, wie auch im Bergbau und bei der Bundesbahn.
Da in der jungen Firma besonderer Wert auf Qualitätsarbeit gelegt wird, konnte auch im
Export der Absatz von Jahr zu Jahr gesteigert werden. So werden die vorhandenen
Werkshallen schon jetzt zu klein für die schnell anwachsende Produktion, und ein
größerer Erweiterungsbau wurde dringend erforderlich, der kurz vor der Vollendung steht.
Quelle: "Plettenberg - Industriestadt im Märkischen Sauerland" von
Albrecht v. Schwartzen, Druck u. Verlag: P. A. Santz, Altena - 1962 (S. 231) mit fünf
S/W-Fotos
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