| WR Plettenberg 15.05.2000 | ||
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US-Kriegsveteranen reisten auf den Spuren der Vergangenheit |
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Plettenberg. (mg) "Deutschland ist ein herrliches Land. Diese Sauberkeit, diese Schönheit der Natur und diese Freundlichkeit der Menschen..." schwärmt Frank Burns, wie ein Reiseleiter auf der Tourismusbörse. Doch Burns ist alles andere als Fremdenführer. Er ist 79 Jahre alt und Veteran des Zweiten Weltkriegs. Am 12. April 1945 schlug er sich mit 15 000 Kameraden der US Army - "wir waren drei Regimenter" - durch das Sauerland, um den Ruhr-Kessel zu schließen, um Deutschland vom Hitler-Joch zu befreien.
Jetzt ist Fank Burns zurückgekommen, mit 24 Veteranen vom 86. Infanterieregiment der "Black Hawk-Division", samt Frauen, Töchtern und Söhnen. Noch einmal - "für manche ist es bereits das vierte Mal", sagt Reiseführer Willi Flicker - tauchen die alten Männer in die Vergangenheit ein, nehmen sie mit dem Bus die Route, die sie vor 55 Jahren auf ihrem Weg nach Hagen marschiert sind, über Hilchenbach, Himmelmert und Kückelheim. Für Frank Burns aus Minnesota ist der 12. April 1945 noch bestens in Erinnerung. Wie viele andere an diesem Tag, hatte auch er Angst vor der Konfrontation, Angst vor dem Gegner Hitler-Deutschland. Doch im Sauerland gab es kaum Gegenwehr. Hier und da wurde zwar geschossen, aber Feindberührungen waren selten. Und je weiter die Blackhawks ins Hinterland kamen, "umso freundlicher waren die Leute", erinneren sich die Veteranen. Richtige Nazi-Schergen, Fanatiker hätten sie kaum zu Gesicht bekommen. Auf dem Land habe man sie sogar überrascht gefragt: "Warum seid ihr eigentlich hier?" Dennoch verloren die drei Regimenter bei Kämpfen im Sauerland 166 Kameraden. "Aber der Krieg ist Vergangenheit", sagt Phil McGrath, "das Leben muss weitergehen". Der alte Herr setzt auf die Zukunft, auf Frieden und Freiheit. Denn dafür hätten sie damals gekämpft - nicht gegen den Deutschen, sondern für das Ende der Hitler-Diktatur, betonen die Veteranen immer wieder. Gleichwohl bleiben schmerzliche Erinnerungen, melden sich in bestimmten Situationen Gefühle zurück: "Wenn wir an Stellen vorbeifahren, wo sie Kameraden und Freunde verloren haben, fließt auch die eine oder andere Träne", weiß Willi Flicker. Die Grundstimmung auf dieser Reise, für viele ist es die letzte, sei aber "durchweg positiv".
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